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Geschichte

Geschichte

Wie alles begann

Im Nordosten Sachsen-Anhalts, im wasser- und waldreichen Niederungsgebiet der Elbe liegt das Städtchen Jerichow. Der biblisch anmutende Ortsname kommt aus der slawischen Sprache (Burg, Herrensitz des Kühnen, Tapferen). Von einer Burg, einst durch einen künstlichen Nebenarm der Elbe gesichert, blieb nur eine Erhebung im Gelände, der sog. Burgberg, erhalten. Ganz in der Nähe gründeten 1144 Chorherren aus dem Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg ein Prämonstratenser-Stift, das wenige Jahre später wegen Ruhestörung an die heutige Stelle verlegt wurde. Hier ragen die mächtigen Westtürme als Wahrzeichen des Jerichower Landes in die weite Elbniederung. Das Kloster besitzt heute als romanisches Baudenkmal und ältester Backsteinbau östlich der Elbe eine besondere baugeschichtliche Bedeutung und wird jährlich von über 20000 Gästen besuchet. Neben den sonntäglichen Gottesdiensten erklingen von Mai bis September in der Kirche die beliebten "Jerichower Sommermusiken".

 

 

Die wirtschaftliche Entwicklung

Im Schatten des Klosters entwickelte sich die Stadt nur unbedeutend. 1336 vernichtete ein Elbhochwasser das gesamte Städtchen, das rund um die heutige Stadtkirche lag. Landwirtschaft, Handwerk und Brau- und Schankgewerbe bildeten für Jahrhunderte die Lebensgrundlage der Bürger, um 1850 gab es u.a. 14 Schuhmacher, 11 Tischler, 17 Zimmerer, 7 Weber und 8 Bäcker, außerdem 7 Windmühlen. Die Industrialisierung Ende des 19. Jh. führte zum Niedergang des Handwerks und damit der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt. Mit der Gründung einer Provinzial-HeiIanstaIt (1899), die 1928 mit einer Lungenheilanstalt erweitert wurde, entstand ein wichtiger Arbeitgeber für die Stadt. Das heutige AWO-Fachkrankenhaus als Spezialklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Psychotherapeutische Medizin wurde seit 1991 umfassend modernisiert und erweitert. Auch im 20. Jh. bestimmten Landwirtschaft, Handwerk und Kleingewerbe die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Nordöstlich der Stadt entstand in den Jahren 1934-38 eine neue Wohnsiedlung. Nach 1945 entwickelten sich Fachkrankenhaus, Bahnbetriebswerk und Volksgut zu den wichtigsten Betrieben.

 

 

Jerichow heute

In den 90-er Jahren entstanden 74 neue, moderne Sozialwohnungen sowie 40 Eigenheime. Mit dem Ausbau der Straßen und Plätze und der Sanierung der Altbausubstanz hat sich Jerichow seit der Wende zu einem modernen, ansehnlichen Städtchen entwickelt. Mit den eingemeindeten Ortsteilen Klietznick, Steinitz, Mangelsdorf und Kleinmangelsdorf beträgt die Einwohnerzahl etwa 2200. Jerichow ist Namensgeber und Sitz der Anfang 2010 gebildeten Einheitsgemeinde Stadt Jerichow. Jerichow besitzt eine Grundschule, eine Kindertagesstätte mit angeschlossenem Hort, Freiwillige Feuerwehr, Poststelle, Klostermuseum, Bibliothek, mehrere ärztliche Einrichtungen und die Kloster-Apotheke. Für den Schul- und Freizeitsport wurde 1998 eine neue Sporthalle errichtet. Mehrere Gaststätten und Hotels laden zum Verweilen ein. Für Touristen bietet Jerichow viel Sehenswertes. Klosteranlage und Stadtkirche gehören zu den Highlights an der "Straße der Romanik".

 

Natur und Kultur

Die reizvolle Landschaft der Elbniederung mit dem Naturschutzgebiet "Bucher Brack - Bölsdorfer Haken" erschließt sich durch einen Naturlehrpfad mit Schautafeln und -objekten entlang der Alten Elbe in Richtung Klietznick. Die naturnahe Auenlandschaft beherbergt zahlreiche seltene Pflanzengemeinschaften und bietet verschiedenen gefährdeten Tierarten Brut- und Lebensraum. Ebenso lohnend sind Wanderungen auf dem Elbdeich nach Tangermünde mit seiner einzigartigen mittelalterlichen Stadtsilhouette oder zur Stromelbe am Bucher Brack. Für Radwanderer liegt Jerichow am Elberadweg Hamburg-Dresden und am Altmark-Rundkurs. Außerdem liegt die Stadt an der Kirchen- und Mühlentour des Landkreises Jerichower Land. Stadt, Ev. Kirchengemeinde und örtliche Vereine organisieren jährlich ein reiches Angebot an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, wie die "Jerichower Sommermusiken", den traditionellen Pfingstbieranstich, Mühlentag, Schützenfest, Reiturnier oder den Bauernmarkt zur Rosenblüte und das Heydebleckfest in Klietznick.

 

 

Jerichow - immer eine Reise wert

Das kleine, 150 Einwohner zählende Dorf Klietznick wurde im Rahmen der Dorferneuerung zu einem der schönsten Dörfer der Region und erhielt mehrfache Auszeichnungen in landes- bundes- und europaweiten Wettbewerben. Die restaurierte Dorfkirche, das Dorfgemeinschaftshaus "Heydebleck" mit Naturspielpark und Naturbühne, oder der "Weinberg" mit der Allee "Baum des Jahres" laden zu einem Besuch ein. Die Chorauftritte der "Klietznicker Dorfspatzen" sind weit über die Grenzen des Jerichower Landes bekannt. Im Ortsteil Steinitz mit modernen landwirtschaftlichen Betrieben veranstaltet der aktive Pferdesportverein das jährliche Reit-und Springtunier. Auf einem ehemaligen Bauernhof entstand ein Schützenhaus der Jerichower Schützengilde von 1825 e.V. mit modernen Schießständen. Beide Ortsteile sind von Jerichow aus auch zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Ausflüge in die nähere Umgebung führen zu romanischen Dorfkirchen mit z.T. sehenswerter Innenausstattung (Redekin, Großwulkow, Melkow, Wust, Schönhausen). Auch die historische Altstadt von Tangermünde oder die Domstadt Havelberg sind lohnenswerte Ziele.